30. November 2006

.eu Domain Desaster holt EU-Parlament ein

Während der “sunrise Phase” der Registrierung von .eu Domains in diesem Frühjahr hatten eingetragene Marken die Möglichkeit, entsprechende Marken-Domains bei der Vergabestelle EURID zu reservieren bevor die breite Öffentlichkeit zum Zug kam. Dies haben findige Domaingrabber benutzt, um sich über Scheinmarken eine grosse Mehrzahl der wertvollsten generischen Keyword Domains wie sex.eu, hotel.eu, casino.eu und music.eu zu sichern.

Der Domainer Daniel Kollinger hat mit der Unterschriftensammlung auf seiner Protestplattform eudomaindesaster.org in Brüssel einen ersten Erfolg erzielt. Die eingereichte Petition wurde gemäss diesem Pressebericht von heute vom Petitionsausschuss des Europäischen Parlaments zur Begutachtung zugelassen. Damit verpflichtet sich der Ausschuss, den in der Petition angeführten Kritikpunkten und Anschuldigungen auf den Grund zu gehen. Unabhängig davon hat sich in der Zwischenzeit auch eine Reihe von EU-Parlamentariern der Sache angenommen und die Kommission um Klärung der Vorwürfe ersucht.

Eine Studie über die 100 Top .eu Domains in der sunrise Phase kommt zum Schluss, dass 75% dieser Top 100 unter nur 9 Registranten aufgeteilt wurden und dass 98% aufgrund von Markenfakes vergeben wurden. Die britische liberale EU-Abgeordnete Diana Wallis spricht von einem “riesigen EU-Skandal, für den die Kommission zur Verantwortung gezogen werden muss”. Auch viele Domains aus der nachfolgenden “Landrush” Phase, während der die breite Öffentlichkeit voorbestellen konnte, sind noch strittig. Ich habe am 9.6. einige Domains wie webhostingprovider.eu, websitepromotion.eu und freeonlinepoker.eu vorbestellt, die in meinem Konto bei UD immer noch mit Status “verbindlich vorbestellt” aufgeführt sind. Ich habe keine Ahnung, wann und wie darüber entschieden wird. Hoffentlich kommt dank Kollinger’s Initiative Licht in das Ganze und werden die betroffenen Domains neu vergeben mit gleichen Chancen für alle!

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23. November 2006

Weber AG: Tolles Website-Redesign und zwei neue Blogs

Diese Woche hat mich meine Schwester Annette total positiv überrascht. Ich hatte ihr vor zwei Monaten per Email aus Bangalore ein wenig konstruktive Kritik an der Website ihrer Werbeagentur Weber AG gesandt und ein Firmen-Blog vorgeschlagen. Nun erwähnte sie ganz beiläufig am Telefon, dass sie die Website angepasst und ein Blog gestartet haben. Whow, das ging ja schnell, ich gratuliere! Die neue Website auf der Basis von Typo3 gefällt mir hervorragend, sie wirkt auf mich erfrischend, sauber und übersichtlich strukturiert, mit einer idealen Kombination von Text- und Bildelementen. Die letzten News und alle wichtigen Navigationselemente sind mit einem Klick erreichbar. Ich wünsche der Weber AG viel Erfolg mit der neuen Site und viel Spass mit ihrem neuen Blog. Auf dass es Eure Konversation mit dem Markt anregt und erweitert! Die Kommentar-Funktion funktioniert im Moment noch nicht. Die verwendete Blog-Engine sBlog kenne ich nicht, vielleicht wäre ein Umstieg auf Wordpress eine Überlegung wert?

Und offenbar hat das Blogger-Virus schnell gewirkt, denn da ist gleich ein zweites neues Blog entstanden, Golf Workout & Fitness, mit Tips zu schmerzfreiem Golfspiel für jedes Alter :-) Liebes Schwesterherz, ich wünsche Dir viel Freude beim Bloggen und viele interessante neue Kontakte aus der Blogosphäre!

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14. November 2006

Bush und Rumsfeld: Der Wind hat sich gedreht

Für den Kriegsfalken Donald Rumsfeld hat sich der Wind endgültig gedreht. Letzte Woche wurde er von Bush nach den verlorenen Parlamentswahlen als Bauernopfer gefeuert. Bush hat mit diesem Schritt zugewartet, bis er unumgänglich war, Rumsfeld stand schon lange unter Dauerbeschuss. Wer gehofft hatte, dass auch der alte, ultrakonservative Bush- und Rumsfeld-Kumpel und Halliburton-Profiteur Dick Cheney gehen muss, wurde enttäuscht.

Heute wurde gemäss Spiegel und vielen anderen in Berlin von Menschenrechtlern Strafanzeige gegen Rumsfeld wegen Folter in Guantanamo und Irak eingereicht. Der Anwalt der Menschenrechtler, Wolfgang Kaleck, vertritt zwölf ehemalige Insassen der US-Gefängnisse Abu Ghraib und Guantanamo. Kronzeugin ist zudem Janis Karpinski, ehemalige Kommandierende im Bagdader Gefängnis Abu Ghraib. Sie bestätigt anscheinend, dass die Folter auf Befehl von ganz oben (sprich Rumsfeld) durchgeführt wurde. Da die USA den internationalen Strafgerichtshof in Den Haag nicht anerkennen, sind deutsche Gerichte nach Angaben der Menschenrechtsgruppen die einzige Hoffnung für ein solches Verfahren. Es ist zu bezweifeln, ob Rumsfeld jemals für diese Verbrechen büssen muss. Vielleicht kommen umindest mehr Wahrheiten über den US-Staatsterrorismus ans Licht. Das Anliegen der Menschenrechtler, “wir wollen Kriegsverbrechen, ganz gleich wo und von wem begangen, zur Strafverfolgung bringen, bis sich irgendwo mutige Staatsanwälte und Richter finden, die sie bearbeiten” unterstütze ich voll und ganz. Ich wünsche mir, dass sie die mutigen Staatsanwälte und Richter bald finden, es gäbe noch einige solche Prozesse zu führen…

Der Wind schlägt auch Bush eisig ins Gesicht. Sein neuer Verteidigungsminister Robert Gates ist mal wieder ein alter Kumpel von Daddy, er war CIA-Chef unter Bush sen. Bush gerät sogar von seinen treuen Ergebenen Tony Blair und John Howard unter Druck. Bleibt zu hoffen, dass das neugewählte Parlament verhindert, dass Bush und Gates in der restlichen Amtszeit einen weiteren Krieg anzetteln! Und dass die Amis 2008 so schlau sein werden, nicht Iron Lady Condoleeza Rice zu wählen…

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6. November 2006

Swisscom erwägt Klage und Sepp Huber übertrifft sich selbst

Gemäss Sonntagszeitung und Berner Zeitung erwägt die Swisscom eine Klage gegen Christoph Brand und eventuell auch gegen Jens Alder wegen ihren Wechseln zu Sunrise und zu TDC. Ich bin kein Jurist, doch ich glaube nach wie vor nicht, dass die Swisscom mit ihrem Heer von Anwälten hier die geringste Aussicht auf Erfolg hat. Das Konkurrenzverbot von Alder ist abgelaufen, bei Brand war gar keines festgelegt. Anscheinend will sich Swisscom auf das OR berufen, in dem festgelegt ist, dass der Arbeitnehmer auch nach dem Ablauf des Arbeitsvertrages einer Verschwiegenheitspflicht untersteht. Auch dies wird nichts nützen, die Swisscom müsste den beiden ja nachweisen, dass sie gegen die Verschwiegenheitspflicht verstossen haben. Das wird ihr kaum gelingen…Die blosse Vermutung wird nicht ausreichen. Sonst könnte ja praktisch jeder Topmanager, der zur Konkurrenz wechselt, auf diese Art und Weise erfolgreich verklagt werden. Die Konkurrenzverbote lassen sich generell kaum je durchsetzen, da sie oft einem faktischen Berufsverbot gleichkommen. Topmanager wie Alder und Brand können ja nicht einfach in die Lebensmittelbranche wechseln oder so ;-)

Die Aktivitäten von Swisscom im Umgang mit dem “Fall Brand” zeigen viel eher, wie nervös man in Bern und Worblaufen ist. Ganz einfach, dieser Wechsel tut weh und macht Angst vor der erstarkten Konkurrenz. Der Swisscom-Pressesprecher Sepp Huber, schon oft mit Platitüden aufgefallen (u.a. “Sepp Kaufkraftbereinigt“), übertrifft sich momentan selbst. Zur möglichen Klage sagt er “Wir prüfen alles”…und weiter “Wir wollen intern ein Zeichen setzen, dass es mehr gibt als blosses Geschäftsdenken”. Das heisst auf deutsch übersetzt Swisscom hat Schiss, dass weitere Swisscom-Manager von Brand und anderen mit Top-Salären geködert werden. Hmmm, ob’s vielleicht nicht gerade an diesem “mehr” gelegen hat, dass Brand gewechselt hat? Nur der schnöde Mammon war’s wohl kaum…

Swisscom hat in den Jahren 2001-04 enorm vom DotComCrash profitiert indem sie viele gute Leute zu günstigen Konditionen von der Konkurrenz holen konnte, weil diese dort mehr oder weniger Schiffbruch erlitten. Nun schlägt das Pendel zurück. Sepp Huber kommentiert im heutigen Netzticker den Rauswurf von Swisscom aus Swisscable mit den Worten “Offfenbar ist Konkurrenz für Kabelnetzbetreiber etwas Neues, das Ängste auslöst.” Vielleicht sollte der gute Sepp erst mal vor der eigenen Haustüre wischen. Konkurrenz ist für Swisscom nichts Neues mehr, starke Konkurrenz in einem wirklich liberalisierten Markt jedoch schon. Und die Ängste beim blauen Riesen werden offenbar schon beim blossen Gedanken daran heftig ausgelöst…Wird ja interessant zu beobachten, wie dieses Spiel weitergeht!

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1. November 2006

Viel Glück und Erfolg bei Sunrise, Christoph Brand!

Dank Fredy und Webonomy erfahre ich die Schweizer Telekom-Branchennews auch hier in Kapstadt. Jens Alder, seit heute CEO der Sunrise Muttergesellschaft TDC, hat Christoph Brand als neuen CEO zur Sunrise geholt! Ein logischer und schlauer Schachzug. Alder dementiert zwar, dass er involviert gewesen sei, doch das glaubt wohl kaum einer…

Ich habe mit Christoph gemeinsame Schul- und Studienjahre in Bern verbracht und ich habe in den letzten zwei Jahren intensiv mit der Sunrise City Center Organisation zusammengearbeitet. Aus der heutigen Ferne scheint mir, dass das hervorragend passt! Christoph Brand ist ein hochintelligenter und kompetenter Telecom Manager. Wenn einer mehr Ordnung und Effizienz in das ewige Reorganisationschaos von sunrise bringen kann, dann er. Und es gibt wohl keine bessere Wahl für Sunrise, um Swisscom noch viel erfolgreicher zu konkurrenzieren! Sorry, lieber Webonomy, da wird der Swisscom auch ein Heer von Anwälten nicht viel nützen – ein allfällig vorhandenes Konkurrenzverbot lässt sich in der Praxis kaum je durchsetzen. Swisscom kann sich also auf einen Generalangriff gefasst machen in den nächsten Jahren ;-) Dem Konsumenten kann’s recht sein, eine stärkere und innovativere Sunrise würde dem Schweizer Markt nur gut tun. Also, viel Glück und Erfolg bei Sunrise und beim Aufmischen des Schweizer Telecom Markts, Christoph!

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